Eine Schraube ist eine Schraube – bis sie es nicht mehr ist. In Windenergieanlagen, Brücken und Industrieanlagen halten Schraubverbindungen kritische Lasten zusammen, werden aber kaum digital überwacht. Altosens aus Osnabrück ändert das: mit einer intelligenten Sensor-Unterlegscheibe, die direkt an der kritischen Stelle misst, wo klassische Systeme blind sind.

Aus der Forschung in die Praxis

Uwe Steinkamp, Jan Hansmann und Dr.-Ing. Sebastian Rieß bringen zusammen jahrzehntelange Erfahrung aus Maschinenbau, industrieller Sensorik und anwendungsorientierter Forschung mit. Jan und Sebastian haben die zugrundeliegende DELTA-C® Technologie bereits in ihrer Zeit am Fraunhofer LBF mitentwickelt – als Spezialisten für Technologietransfer und Schwingungstechnik. Uwe hat langjährige Erfahrung in der Entwicklung von Fahrwerkssystemen und verantwortet seit der Gründung 2022 die technologische Entwicklung des Produkts.

Was das Team eint: tiefe Verwurzelung im Maschinenbau und der klare Wille, aus Forschungsergebnissen ein marktfähiges Produkt zu machen.

Die Schraube weiß mehr, als wir denken

Sicherheitskritische Schraubverbindungen sind in Industrieanlagen praktisch überall – und trotzdem kaum digital überwacht. Dabei entstehen genau dort hohe mechanische Belastungen, Materialermüdung und potenzielle Ausfallrisiken, die bisher nur durch regelmäßige manuelle Prüfungen erfasst werden können. Gewartet wird nach Kalender, nicht nach Zustand.

Die Idee von Altosens: die Schraubverbindung selbst zum intelligenten Datenpunkt machen. Ihr Produkt, die altosens.disc, ist eine Unterlegscheibe in Normabmessungen mit integrierter Sensorik, die Vorspannung, Beschleunigungen und Temperatur direkt an der mechanischen Schnittstelle misst – in Echtzeit, nachrüstbar, ohne Umbau. Die Daten werden über CAN-Kommunikation übertragen, per Edge-AI vorverarbeitet und in einer Cloud-Softwareplattform ausgewertet.

Bereits in Windenergieanlagen im Einsatz

Kurz nach der Gründung gelang dem Team ein früher Praxisbeweis: Erste Testsysteme wurden erfolgreich in Windenergieanlagen installiert. Parallel entstand eine patentierte sensorische Unterlegscheibe als marktfähige Lösung – zwei Meilensteine, auf die das Team besonders stolz ist.

Altosens befindet sich aktuell im Übergang von der Prototypenphase zum Markteintritt und ist mit prototypischen Systemen bereits am Markt aktiv. Die Zielgruppe umfasst Betreiber*innen von Windenergieanlagen und Windparks, Service- und Instandhaltungsunternehmen, Gutachter*innen sowie Betreiber*innen kritischer Infrastruktur. Außerdem gibt es außerhalb der Windenerige bereits Kund*innen aus verschiedensten Branchen, die die Unterlegscheiben zur Digitalisierung von Schraubverbindungen evaluieren.

WindEnergy Hamburg als nächster Meilenstein

Bis zur WindEnergy Hamburg 2026 soll neben der Hardware auch die Softwareplattform für Sensormanagement und Datenanalyse verfügbar sein. Parallel arbeitet Altosens daran, die Positionierung in Windenergie, Infrastruktur und industriellen Anwendungen weiter auszubauen.

Für die Skalierung sucht das Team in 2027 Investor*innen – und vor allem Kund*innen, die durch direktes Feedback helfen, das Produkt weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen gibt es bei Altosens: https://www.altosens.tech/